Ein freies Radio gegen die radikale Rechte (mit Radio Corax)
Shownotes
Da beschließt eine Partei mit Blick auf eine Landtagswahl ein sogenanntes „Regierungsprogramm“, weil sie von über 40 % der Stimmen ausgeht – und im Kapitel Medien steht direkt an zweiter Stelle: einem freien Radio „den Geldhahn zudrehen!“. Genau so ist es gerade in Sachsen-Anhalt passiert. Denn die AfD Sachsen-Anhalt sieht im Freien Radio Corax in Sachsen-Anhalt eine Organisation, die „[…] allen Spielarten des linken Fanatismus, der perversen Regenbogenideologie und des Genderismus [eine Plattform bietet]“
Wir sprechen in dieser Folge mit Alex Körner von Radio Corax über Funktion und Idee freier Radios, darüber, warum und wo autoritäre Kräfte ein Problem mit freien Radios haben, und wie Radio Corax mit diesem Angriff und dieser klaren Kampfansage von ganz rechts umgeht.
Link zu Radio Corax: https://radiocorax.de/
Hintergrundartikel der taz zu Corax: https://taz.de/AfD-Sachsen-Anhalt-gegen-Rundfunk/!6159687/
Förder- und Freundeskreis von Corax: https://ffk.radiocorax.de/
Audioportal der Freien Radios: https://www.freie-radios.net/
Webseite des Bundesverbandes Freier Radios: https://www.freie-radios.de/
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:19: Hallo Alex!
00:00:20: Super schön, dass das heute klappt.
00:00:22: Wir beginnen mit der Standardfrage Wer bist du?
00:00:24: Was machst Du und wem oder was bist du auf der Spur?
00:00:27: Genau, danke erst mal für die Einladung.
00:00:29: Wer bin ich?
00:00:29: Ich bin jemand der seit zwanzig Jahren in einem Radio aktiv ist, damals als siebzehn- achzenjährige angefangen hat mit nem damaligen freiwilligen sozialen Jahr...in Halle!
00:00:41: Alex ist mein Name, Alex Körner.
00:00:44: und wenn du fragst wie bin ich oder was bin ich auf der Spur?
00:00:47: dementsprechend schon einige mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnte der Frage Was radio kann Abseits von dem, was man so privat kommerziell gewohnt ist oder er ertragen muss.
00:00:59: Was es für Möglichkeiten gibt, so ein Medium, so einen eingiblich altes Medium doch noch zu nutzen als Kommunikationsort.
00:01:08: Das mache ich seit mittlerweile längerer Zeit.
00:01:11: Hab zwischendurch alles möglich hier gemacht vom ehrenamtlichen Vorstand zu diversen Stellen, also eine tagesaktuelle Redaktion koordiniert.
00:01:22: Eine studentische Redaktionskoordination koordinierte dann irgendwann die Idee gehabt ist ja ganz spannend.
00:01:27: könnte man eine Dissertation zum groben Thema Medium Radio schreiben Die is weit gehen fertig steht bei sixhundertseiten.
00:01:36: alle die das lesen müssen denken oh Gott sechshundert seiten es geht doch auch ein zweihundert genau hat mich hier also auch theoretisch mit so fragen von Medium-Radio sehr viel beschäftigt und bin jetzt wieder in der Stellenstruktur, sowohl Geschäftsführung des Radios als auch Programmkoordination tätig.
00:01:59: Also unter anderem mit solchen Dingen über die wir reden wollen.
00:02:02: Viel beschäftigt!
00:02:06: Und es ist wirklich sehr gut dass du dich wissenschaftlich tief mit der Materie Radio auseinandersetzt.
00:02:13: denn bevor wir zum eigentlichen Thema kommen mal die Frage Was ist denn ein freies Radio?
00:02:19: Wie organisiert sich
00:02:20: so?
00:02:20: was
00:02:21: und gibt es da Richtlinien.
00:02:24: Und wo sind auch die Unterschiede zu kommerziellen Anbietern oder dem öffentlich-rechtlichen Angebot?
00:02:29: Ja, ich versuch das möglichst kurz zu halten.
00:02:31: Tatsächlich freie Radio fragt man sich ja frei von was.
00:02:36: Da ist die Antwort bei den Radios erstmal frei von Werbung also kommerziell Interessen.
00:02:41: Und dann wird's schon bisschen schwieriger.
00:02:43: Die freien Radius... die sich so bezeichnen, haben eine Geschichte, die sehr stark in Westdeutschland an der neuen sozialen Bewegung gekoppelt sind.
00:02:52: Ende Seventiger, Anfang der Achtzigerjahre Frauenbewegungen, Anti-Atomkraftbewegung, Hausbesetzung, die ja mit einem Duktus von Gegenöffentlichkeit.
00:03:04: das was wir hier erleben hat nichts... damit zu tun, was in der Lokalzeitung steht oder was auch im öffentlich-rechtlichen Monopol auftauchte.
00:03:12: Sondern wir wollen irgendeine Form von unserer Stimme zugehörbring und die haben das illegale Weise gemacht.
00:03:19: also so Ende der Siebziger Anfang der Achtziger gab es allein in der BRD über hundert solcher Sender, die einfach verbotenerweise Frequenzen besetzt haben und mal mehr, mal weniger erfolgreich Mal weniger verfolgt, mal mehr, mal weniger langfristig das einfach probiert haben.
00:03:37: Das ist so der erste Strang der heutigen Freien Radius und der zweite, das ist dann eher im Osten also den sogenannten neuen Bundesländern die Anfang der neunziger, also... ...neunzig-einneinzig gibt es die ersten Sender mit einem Impuls aufs Tableau kamen und gesagt haben hey Meinungsfreiheit da sind doch einige von uns auf die Straßen gegangen vor ein paar Monaten Und jetzt ist es aber auch nicht so richtig erlaubt hier zum Beispiel einen Radiosender aufzuziehen.
00:04:05: Auch die haben in Erfurt, in Ostberlin, in Dresden, in Chemnitz-Karmarkstadt und so weiter erst mal Radio gemacht – und durften das nicht!
00:04:14: Und aus diesen beiden Traditionsstrengen ist das entstanden was heute als freies Radio begriffen wird.
00:04:20: Auch das ist sehr divers... Das hat mit der Mediengesetzgebung zu tun in Deutschland.
00:04:26: Also jedes Bundesland hat unterschiedliche Mediengesetze und dementsprechend hat jedes Bundeslands unterschiedliche Möglichkeiten, sowas wie ein freies Radio überhaupt legal betreiben zu können oder in so einem Bundesland bedreiben zu können.
00:04:37: das sieht in Sachsen an halt völlig anders aus als in Sachsens.
00:04:40: Das sieht in Hamburg anders aus as die Niedersachsen da sieht aber auch in Rheinland-Pfalz anders aus also Baden-Württemberg.
00:04:46: also in Rheinenfalls gibt es kein Freies Radio weil ist einfach gesetzlich andere Wege gab, da gab es eher offene Kanäle die gefördert wurden.
00:04:56: In Baden-Württemberg gibt's elf davon, die sich selbst als freies Radio bezeichnen.
00:05:01: Da sieht man schon mal so eine Differenz allein aufgrund einer Landesgesetzgebung.
00:05:06: und wie sehen die Radios aus?
00:05:07: Auch sehr unterschiedlich.
00:05:08: viele sind in studentischen Städten Freiburg Hamburg verhaftet.
00:05:15: Da klingt das auch oft Experimenteller, studentischer.
00:05:19: Es gibt aber auch Radios die sich als freie Radius bezeichnen, die eher in Gebieten sind wo weniger als fünfzigtausend Einwohner in der Stadt zu finden sind.
00:05:28: da klingt das auch noch mal anders.
00:05:29: also es ist sehr divers.
00:05:32: was alle eint ist der Ansatz zu sagen wir sind nicht öffentlich rechtlich das heißt wir hängen keinem Proportgedanken hinterher.
00:05:40: also wir haben nicht die Idee hier muss jede politische Meinung gleichberechtigt nebeneinander stehen.
00:05:46: Und das zweite ist, da hatte ich schon gesagt, werbefrei.
00:05:50: Das heißt hier hat niemand kommerzielle Interessen.
00:05:53: oder bei solchen Radius hat niemand kommerziellen Interessen sondern es ist bestenfalls der Ort wo ja im harbermaßischen Sinne Meinungen aufeinandertreffen und man dann gewichtet was ist vielleicht das bessere Argument?
00:06:09: Und das passiert mal mit mehr, mal mit weniger finanzieller Unterstützung.
00:06:14: Es gibt über die früheren GEZ also die Beiträge in einigen Bundesländern die Möglichkeit, dass ein ganz geringer Anteil dieser Beitragsgelder quasi von den Medienanstalten verwaltet bei solchen freien Radius landen.
00:06:30: und da wird man eine Miete bezahlt.
00:06:31: Da werden Strukturen... bezahlt, die aber alle nicht Programm machen sondern die quasi Dinge herstellen.
00:06:38: Also eine Technikperson, die dafür sorgt dass das auch alles funktioniert mit dem Studio oder mit dem Aufnahmegerät, aber niemand der hier Radio macht bekommt dafür Geld und es ist einer der Grundsätze des freien Radios also ist alles
00:06:51: ehrenamtlich.".
00:06:53: Und wo unterscheidet sich dein freies Radio?
00:06:56: Auch nochmal von anderen Medienangeboten zum Beispiel Internet-Angebote wie YouTube oder ähnliches?
00:07:03: Ja, es gibt... also ich kenne das so.
00:07:05: vor zehn, fünfzehn Jahren haben vor allem die CDU-Medienpolitiker uns erzählt.
00:07:09: Es sind auch alles Männer deswegen brauchen wir da nicht gendern.
00:07:13: Jetzt mit dem Internet?
00:07:14: Da braucht's euch doch gar nicht mehr!
00:07:16: Da kann doch auch jeder sagen was ihm so behakt und unbehagt.
00:07:23: Und tatsächlich haben sie dann einen kleinen Wundenpunkt getroffen weil die Radios ursprünglich angetreten sind zu sagen Das ist viel Bürger näher, das haben sie selbst nicht so formuliert aber effektiv.
00:07:36: Er kam es dann bei den Medienanstalten oder bei den CDU-Politikern zum Beispiel so raus weil wir sehr viel einfacher die Möglichkeit gegeben haben und auch heute noch geben dass Leute hier senden können.
00:07:48: also es braucht kein vierjähriges Voluntariat sondern es braucht einen kurzen Workshop und eine Mitgliedschaft und dann kann's losgehen.
00:07:58: Dann kamen Leute, haben gesagt, Moment mal hier Internet.
00:08:01: Du sagst YouTube.
00:08:02: Früher waren das diverse Blogs und natürlich auch Podcast ist sehr beliebt in den letzten Jahren geworden.
00:08:09: Da ist es doch auch möglich!
00:08:10: Da kann doch jeder sprechen wie er will.
00:08:13: Die Freien Radios sagen da na zum einen fehlt der soziale Ort.
00:08:16: als Beispiel hier in Halle.
00:08:18: Da sind über vierhundert Leute Mitglieder die treffen aufeinander im Radiostudio.
00:08:22: Die würden sonst nicht zueinander kommen.
00:08:23: Die reden über Dinge dieses diskutieren würde nicht stattfinden von mehr den Eindruck haben, ja natürlich gibt es Podcast-Angebote also ihr macht ja auch rein.
00:08:34: Natürlich gibt es YouTube, kommerzielle Interessen dahinter aber das ist oft so dass jeder vor sich hin sendet, aber so ein wirkliches Gespräch oder ein wirklicher, also natürlich gibt einzelnen Gespräche, aber einen wirklichen Austausch über was sendet man denn hier?
00:08:51: Über die einzelne Sendung hinaus findet halt bei freien Radius statt und Podcast angeboten bei YouTube noch viel weniger.
00:08:58: Da geht es ja vor allem darum, dass Leute Geld verdienen wollen nicht nur aber schon mehrheitlich Das halten die freien radios schon noch hoch also in den orten selbst Die Möglichkeit zu bieten das leute zusammenkommen dies sonst nie tun würden.
00:09:11: Also ganz einfach Es gibt eine sehr große geflüchteten redaktion oder eine redaktionen mit mehrsprachigen radio.
00:09:19: Die teilen sich teilweise den redaktionsraum mit Leuten die psychiatrie erfahrung haben.
00:09:26: Die teilen sich wiederum die Räume hier mit Leuten, die einfach nur eine Dev Metal Sendung machen wollen.
00:09:31: Und dann kommen Leute, die gerade für geflüchtete medizinische Versorgungen organisieren und das könnte ich jetzt ewig fortsetzen.
00:09:39: Das sind allein räumliche Möglichkeiten, die du bei YouTube so nicht findest dass Leute in Austausch kommen, Dinge gemeinsam organisieren.
00:09:46: Das unterscheidet schon nochmal.
00:09:49: ein freies Radio oder der Ansatz eines freien Radios von YouTube und Co.
00:09:56: Und klassisch Print, hast du ja auch gefragt ist schon auch noch mal ein Unterschied.
00:10:01: die Hörde Dinge zu schreiben, zu formulieren Auch ins Internet zu hacken oder auf früher Zeitungen zu bringen und zu sprechen Ist eine andere.
00:10:14: also Leuten zu sagen hey hier ist ein Mikrofon lasst uns über was reden ist nochmal etwas anderes.
00:10:21: unsere Erfahrung da is viel mehr möglich als zu sagen, schreibt man ein Artikel von achttausend vierhundert Zeichen.
00:10:28: Da ist die Hemmschwelle häufig größer oder die, die dann schreiben tun das eben weil sie in Studium gemacht haben oder weil sie einfach etwas sicheres sind im Umgang, schließt aber sehr viele aus.
00:10:40: Das ist beim Audio-Medium tatsächlich geringer und so finden sich dann eben sehr breit Leute einen, die vielleicht größere Bedenken hätten wenn man sie fragen würde hey, schreib mal ein.
00:10:53: Also das ist schon noch meine Chance oder auch vielleicht ein etwas ungewöhnlicher Zugang.
00:10:59: Unter Berücksichtigung all dem was du gerade erklärt hast, wie seid ihr als freies Radio in einem Programm für die Landtagswahl prominent und namentlich gelandet?
00:11:12: Um genau zu sein folgt die AfD Sachsen-Anhalt also ein Landesverband der selbst in der AfD sagen wir mal einen speziellen Ruf hat in ihrem sogenannten Regierungsentwurf die Streichung aller Unterstützung für Radio Korax.
00:11:29: Was ist passiert, dass ihr so darin gelandet seid?
00:11:32: Ja
00:11:32: also genau du hast es gesagt Sachsen-Anhalt, die AfD ist einer der völkischsten Landesverbände.
00:11:39: der Verfassungsschutz den man ja auch in diversen Punkten sehr kritisch beobachten kann aber hat da sehr früh gesagt das ist ein gesicherte rechtsextremer Landesverband der mit Blick auf die Wahlprognosen ungeachtet dessen oder vielleicht auch deswegen mit sehr hohen Prozent rechnen kann bei den Wahlen, die demnächst hier anstehen im September.
00:12:05: Und die natürlich und dieses Natürlich ist bedacht gewählt all das was hier getan wird als komplette Antithese empfinden zu dem was sie vorhaben.
00:12:17: also wenn hier Geflüchtete Leute, die mehrsprachig aufgewachsen sind, völlig selbstverständlicher Programm machen können.
00:12:25: Und nicht nur zehn Sekunden mal ein O-Ton sondern... ...sechzig Minuten, hundertzwanzig und so weiter Minuten.
00:12:30: Ohne dass hier jemand genau also mit Zensur guckt was sagen die denn?
00:12:36: Sondern das ist eine Selbstverständlichkeit darstellt dann ist es die Antithese zu dem was die AfD vorhat.
00:12:42: Wenn hier völlig selbstständlich demokratische Projekte Sendung machen und das sind sehr viele dann wieder strebt den das.
00:12:51: Dann gibt es eine Vorgeschichte, die sehr hallespezifisch ist.
00:12:54: Die identitäre Bewegung hat wenige hundert Meter vom Sitz des Radios entfernt versucht ein Hausprojekt aufzuziehen und ist da gescheitert.
00:13:04: Das hat auch viel mit Radio Korax zu tun gehabt.
00:13:06: Es gab diverse Initiativen Anwohnerinitiativen immer wieder Demonstrationen.
00:13:11: Da spielt der Korax natürlich auch ne Rolle Und die Leute die das entworfen haben das sogenannte Regierungsprogramm wissen das sehr genau.
00:13:19: Dann haben wir hier wenige Kilometer von Halle entfernt.
00:13:24: Ja, so eine Art rechtsradikale Denkfabrik in Schnellroder mit Götz Kubicek und
00:13:29: Co.,
00:13:30: die wissen seit vielen Jahren was hier in diesem Radio passiert für ein Programm passiert und kennen und wissen worum es sich hier handelt.
00:13:41: Deswegen überrascht uns das jetzt nicht wirklich, dass wir da
00:13:44: auftauchen.".
00:13:45: Das Haus der identitären Bewegung – kurz IB im Halle war ein Versuch von zwei tausend siebzehn bis zweitausend neunzehn jener
00:13:52: I.B.,
00:13:52: eine prominente rechte Immobilie mitten in Halle aufzubauen.
00:13:57: Im Haus sollten neben Wohnungen auch einen Veranstaltungsraum, ein Filmstudio und
00:14:03: Büros
00:14:03: entstehen.
00:14:04: Der Landtagsabgeordnete der AfD Sachsen-Anhalt Hans Thomas Tillschneider unterhielt zeitweise und trotz unvereinbarkeitsbeschluss der AfD zur IB Ein Abgeordnetenbüro im Haus.
00:14:16: Ende Zwei-Tausendneunzehn endete das Projekt, auch aufgrund von Druck aus der Zivilgesellschaft.
00:14:22: Das Institut für Staatspolitik in Schnellroder ist die wichtigste Denkfabrik der neuen Rechten.
00:14:27: Wir haben sowohl zu rechten Immobilien als auch zum Institut eigene Podcastfolgen gemacht.
00:14:32: Hierfür könnt ihr nochmal in die Folgen fünf und acht reinhören.
00:14:38: Es ist schon überraschend dass es im Vergleich zum MDR wesentlich mehr Zeilen bekommen hat.
00:14:43: das was sie dann konkret schreiben kann man ganz simpel sagen.
00:14:47: Klar sind da so Worte, die man eigentlich gar nicht wiederholen will.
00:14:50: Aber als Zuschreibung hier ist es selbstverständlich das Leute, die sich queerpolitisch engagieren Sendungen machen.
00:14:58: Hier ist es Selbstverständlich dass es eine wöchentliche Rubrik gibt, die antiefer Nachrichten heißt also aus einem Selbstverständnis in Ostdeutschland zu Debatten aufzugreifen, die einen antifaschistischen Selbstverständnis haben.
00:15:10: Die gucken was sind neonazistische Umtriebe und gibt es schon seit über zwanzig Jahren als wöchentliche Rubrik.
00:15:16: Das ist der AfD natürlich ein Donner im Auge.
00:15:19: Es wäre komisch wenn das nicht so wäre völlig fast sagen.
00:15:23: Genau.
00:15:23: also deswegen Ist es über eine Seite der sie dem radio gewidmet haben Überrascht uns nicht.
00:15:31: Überrasacht uns eher dass sie den MDR weniger Gewitmet haben.
00:15:34: auch das ist vielleicht ein bisschen erklärlich, wenn man das Programm des MDR sich genauer ansieht der sich doch sehr stark unterscheidet von dem was hier passiert.
00:15:44: Das was die stört ist dass ja Dinge auftauchen, Dinge diskutiert werden, die sie einfach ablehnen, die Sie als undeutsch kennzeichnen.
00:15:56: Die einen anderen Kultur und Kunstbegriff haben als sie, der eben nicht völkisch ist der international denkt, der keine nationalen Schranken vor sich herzieht oder errichten möchte.
00:16:10: Also wirklich eine gelebte Antithese zu all dem was die AfD vertritt, v.a.
00:16:14: in Sachsen-Anhalt
00:16:14: vertritt.".
00:16:16: Das heißt du würdest sagen diese Angriff kommt wegen dem Programm das ihr macht und nicht weil Radio Korax Stellvertretung ist für ein ganz generelles Problem der AfD mit freier Radioszene?
00:16:29: Das wäre ja noch mal ne andere Ebene.
00:16:33: Zivilgesellschaftliches Engagement, was es ja auch hier gibt und zwar nicht nur in den größeren Städten also.
00:16:40: Nicht nur in Magdeburg und Halle die sich natürlich auch organisieren und die natürlich auch sagen hey unsere Vorstellung von einem guten Leben findet sich jetzt nicht ins so einem Regierungsprogramm oder Wahlprogramm der AfD wieder.
00:16:56: Das Radio, da ist Radio Korax ein Ort der da auch viel möglich macht.
00:17:03: Viel organisiert Räume zur Verfügung stellt wenn sich Initiativen treffen und vor allem welche die jetzt nicht viel Geld zur Verfügung haben.
00:17:10: Es wöchentlich drei vier Vortrags Diskussionsveranstaltungen gibt hier auch im Radio noch stattfinden.
00:17:18: also wir quasi Räuma auch dafür zur verfügung stellen dass checken die natürlich also das wissen sie auch.
00:17:25: deswegen würde ich sagen es ist stellvertretend für viele andere angegriffene organisation.
00:17:30: ja auch die kirchen sind ja sagen wir mal nicht nur mit liebe vonseiten der afd begegnet.
00:17:41: wenn ich noch mit liebe begegnete es gibt andere initiativen und dafür steht korax in dem fall stell vertreten weil er eins hat schon auch zivilgesellschaftliche Initiativen zu versammeln, teilweise zu organisieren und dann kommt das Programm noch hinzu.
00:17:55: Also so ein vierundzwanzigstündiges Radioprogramm was ich natürlich nicht nur mit der AfD beschäftigt, dass wäre ja auch also nahezu unhörbar aber eben teilweise auch und als Programm selbst völlig anders tickt, völlig andere... also allein musikalisch ja auch völlig anderes zu hören lässt als andere Radiosender, aber auch das was jetzt eine AfD gut fände oder scheinbar gut finde.
00:18:20: Also eine deutsche Kultur findet jetzt hier so erst mal weniger statt.
00:18:27: Was nicht heißt es nicht einmal deutschsprachiger Hip-Hop kommt klar Aber es ist einfach ein völlig anderer Kulturbegriff Es sind völlig andere Idee vom guten Leben und deswegen ist es beides.
00:18:38: also es ist sowohl stellvertretend als auch auf das Programm bezogen.
00:18:43: nochmal zur Vorgeschichte, es gab in den letzten zehn Jahren immer wieder Anfragen in den entsprechenden im Landtag oder auch auf kommunaler Ebene.
00:18:53: Wo ganz klar ist die AfD hat ein Problem mit den Leuten, die hier was auf die Beine stellen hatten Probleme dass das finanziell oft über Projekte passiert also sehr viel Trittmittel hier und auch viele internationale europäische Projekten stattfinden.
00:19:13: Es ist für sie so eine Art Stellvertreter.
00:19:15: Für all das, was sie ablehnenswert bekämpfelswert empfindet
00:19:21: Mal eingeschoben weil das häufig untergeht.
00:19:23: aber eigentlich eine total wichtige Frage an betroffene rechte Angriffe ist.
00:19:27: Wie ging es euch denn eigentlich als ihr das rausgefunden habt?
00:19:30: Da also dass ihr genannt werdet und Dass ihr ja auch nochmal expliziter genannt werden als andere.
00:19:36: du hast es gesagt Ihr kommt vor dem MDR
00:19:39: Ich würde mal sagen Ambivalent.
00:19:41: Also auf der einen Seite Ist das schon was wo man sagt Eier Klar haben die uns auf dem Schirm, klar gibt es für die Modelle.
00:19:50: wenn da also worst case Regierungsverantwortung dann werden sie relativ schnell Tabuda rasa machen.
00:19:57: und das ist einfacher gegen Korax vorzugehen als gegen vieles andere als zum Beispiel beim MDR zu sagen wir kündigen die Rundfunkstaatsverträge.
00:20:05: Da wird ein lange juristische Auseinandersetzung folgen.
00:20:07: aus ihrer Sicht ist es das einfachere Ziel mit dem Sie natürlich ihre Klientel zeigen können.
00:20:12: hey wir machen was gegen die hier Das kannst du da irgendwas einfügen, wie Linkscreen versüfft oder was auch immer so als Feindbildmarkierung kommt.
00:20:22: Ja deswegen sage ich es verwundert uns nicht.
00:20:23: gleichzeitig also die Anzahl der Fördermitglieder ist seitdem nicht kleiner geworden sondern im Gegenteil Es gibt viele Presseanfragen, es gibt sehr viele Leute die sagen hey wie kann man euch unterstützen?
00:20:36: und das meine ich mit Ambivalenz für uns selbst.
00:20:38: Wir neigen dazu zu sagen her wir wollen gar nicht viel über die AfD reden ganz viele andere Dinge.
00:20:44: Es gibt auch Dinge positiv herauszustellen, über die wir viel lieber reden würden.
00:20:47: oder es gibt Themen, die hier vor Ort eigentlich viel präsenter sind.
00:20:52: Da schaut man sich die Entwicklung der Mieten an – auch in so einer Stadt wie Halle!
00:20:57: Wie teuer ist das Leben überhaupt?
00:21:00: Was hat das mit Kapitalismus zu tun?
00:21:02: Das sind Dinge, die hier im Programm sehr stark sind.
00:21:04: Wenn man sich dazu stark nur auf die AfD konzentriert beziehungsweise jedes Stöckchen überspringen möchte, die sie wirft dann bindet es auch unnötig Kräfte.
00:21:15: also deswegen ist das schon auch so eine Ambivalenz, die da bei uns auch mitschwingt.
00:21:20: gleichzeitig ja es gibt ne Form von Solidarisierung von anderen Initiativen.
00:21:24: Wir haben das als Anlass genommen zu sagen Na ja, finanzielle Unabhängigkeit ist vielleicht gar nicht so verkehrt als Ziel.
00:21:32: Also umso unabhängiger wir sind, wir haben zum Beispiel einen Förder- und Freundeskreis.
00:21:36: das wird den nochmal stärken, stärken wollen auch überregend präsent machen wollen.
00:21:41: ich habe sehr viele Leute die anfragen die zb aus Mainz wie es baden aus Hamburg die fragen Wie kann man denn in Sachsen-Anhalt Initiativen unterstützen?
00:21:53: Da ist auch so ein Förder- und Freundeskreis für den freies Radio, was wirklich ganz anders tickt als all das, was die AfD vorhat.
00:21:59: Natürlich eine gute Antwort und zu sagen ja wenn ihr da aus Hamburg oder Mainz etwas tun wollt, das wäre eine Möglichkeit.
00:22:10: So ein Fördern- und Freundekreis und das sind dann Energien, die wir jetzt reinstecken.
00:22:16: Wie können wir das ein bisschen weiter tragen?
00:22:18: Ansonsten ist die Verankerung, also wirklich die lokale Verankernung.
00:22:21: Das muss man sich vielleicht auch nochmal beschreiben.
00:22:27: Das Radio hier in Halle ist sehr breit getragen von den Kunstinitiativen, die es ja auch sehr viel gibt hier weil es eine Kunsthochschule gibt.
00:22:37: Das heißt, die Kunststiftung Sachsen-Anhalt macht hier ganz selbstverständlich eine Sendung wie auch der Museumsverband Sachsen Anhalt hier zu Wort kommt oder eine große Institution, die quasi leeren Ausbildungen macht an Schulen.
00:22:51: Also all diese finden hier genauso statt wie dann eben auch eine queerfeministische Sendung von sechzehn-sebzenjährigen, wie ein Tagesaktuelles Programm was auch in vielen anderen Städten noch ausgestrahlt wird.
00:23:05: also es findet sehr viel statt.
00:23:07: viel mehr ist als das, was die AfD so als Feindbild vor sich herträgt.
00:23:12: Und das wormt sie glaube ich.
00:23:13: Also da gibt es auch eine Country-Sendung von einem über sechzigjährigen und dann ist es musikalisch sind dass die fünfzehnsechzehnjährigen die Hip Hop großartig finden und die machen eben alle Sendungen.
00:23:28: Das ist das Feindbild.
00:23:31: Deswegen das immer wieder zu benennen auch wenn Medienanfragen Tatsspiegel und Co.
00:23:37: dass sie nochmal so zu erzählen und in Hamburger Redaktionsstudios hineinzutragen.
00:23:42: Das ist das, was uns jetzt erstmal mehr beschäftigt hat als jetzt... Oh Gott die AfD!
00:23:47: Die hat etwas gegen uns.
00:23:48: Das wissen wir schon lange.
00:23:53: Eigentlich wollte ich jetzt hier fragen wie ihr euch auf Dinge vorbereitet, die da kommen?
00:23:57: Aber ich glaube, das hast du gerade sehr gut beantwortet.
00:24:01: Und dann nehme ich doch mal den Ball auf, den du angesprochen hast, nämlich dass du gerne über positive Dinge sprechen möchtest.
00:24:07: Habt ihr Rückmeldungen oder auch Rückendeckung von KollegInnen und anderen Institutionen aus der Medienlandschaft bekommen?
00:24:15: Also, aus dem Land aber auch aus dem Bundesgebiet.
00:24:18: Und jetzt nicht nur in Form von Interviewanfragen sondern konkrete Unterstützungsangebote.
00:24:24: Ja absolut also.
00:24:25: es gibt den deutschen Journalistenverband denn natürlich auch hier unterwegs ist da ist die Verknüpfung recht eng.
00:24:33: Ja, nicht nur Radio.
00:24:35: Wo man sagen könnte da kann der Bürger die Bürgerinnen können alle zu Wort kommen.
00:24:39: es gibt in Sachsen an hat auch einige Fernsehsender die sogenannten aufenden Kanäle.
00:24:43: das kennt man.
00:24:44: in Rheinland-Pfalz glaube ich auch noch ein bisschen mehr oder auch in anderen Bundesländern noch ein bißchen mehr vielleicht wo die Idee auch ähnlich ist.
00:24:51: Also mit sehr niedrigen Hören können Leute das Medium nutzen und dann gibt es vor Ort in den Sendern Personen, die dann vielleicht auch nochmal hier an den Workshop machen so ein paar Kniffe zeigen wie was funktioniert.
00:25:04: Und da gibt es einen Landesverband der offenen Kanäle, die sofort sich gemeldet haben und gesagt haben hey können wir da wollen wir da nicht etwas machen?
00:25:11: Es gibt aber auch Überhalle hinaus ja gerade auf dem ich sage mal in der Fläche in den kleineren Städten oder nicht mal Städte, einfach viele Initiativen.
00:25:21: Die jetzt nochmal auch sagen hey eigentlich ist es doch ein Moment darüber nachzudenken wie können wir denn die hier in Salzwedel, in Zeitz, in Halberstadt also wirklich kleinere Städter auch noch einmal in eurem Radio?
00:25:36: Wie können wir zusammen agieren?
00:25:38: Wie kann vielleicht zusammen Veranstaltung stattfinden?
00:25:41: das nimmt stark zu.
00:25:42: und also vielleicht als Beispiel allein im März Es gibt kaum einen Tag, wo wir nicht mit Kooperationsanfragen derzeit behältigt, ging so negativ.
00:25:54: Aber wo nicht Leute Initiativen Einzelpersonen sagen hey lass uns doch was zusammen machen?
00:25:58: Und die Zahl der Kooperation Anfragen ist einfach immens auch noch mal gewachsen.
00:26:02: und auch dahinter steckt ja so eine Art Zeichen von Nähe, Solidarität, Freundlichkeit... Registrieren wir sehr, sehr viel.
00:26:17: Also sowohl in der Stadt als auch drüber hinaus.
00:26:20: Teilweise andere Medien klar über die üblichen Presse anfragen.
00:26:23: Die Verwunderung was passiert denn da?
00:26:25: Warum hat diese Partei über eine Seite ihres Wahlprogramms denn euch gewidmet?
00:26:31: Gibt es ja schon auch einiges was noch darüber hinausgeht.
00:26:36: Wir kommen zum Ende!
00:26:37: Wir kommen zu den Abschussfragen, die immer relativ gleich sind.
00:26:40: ich möchte sie in eurem Fall aber ein bisschen anpassen.
00:26:43: Was redest du denn Akteurinnen aus der Medienlandschaft in Bezug auf autoritäre Kräfte?
00:26:49: Was ist aus eurem Fall jetzt zu lernen für andere und was erwartest du so allgemein von Medieninstitutionen, in dem Fall.
00:26:58: Naja ich glaube also wichtig ist tatsächlich mit offenen Augen, offenen Ohren und nicht zu naiv in diesen Tagen durch die Welt zu gehen... Da sind wir an einem Punkt, das tun mittlerweile die wenigsten.
00:27:12: Also sehr genau zu schauen.
00:27:14: als Beispiel im Radio Wir wissen dass das Handbuch ist in Ungarn geschrieben worden also das Beispiel Ohrbahn der letzten fünfzehn Jahre.
00:27:25: Das ist das was nicht nur der rechtsradikale Landesverband sondern auch darüber hinaus die AfD Im Blick hat wovon sie abschreiben wo von Sie lernen?
00:27:35: also Ungarn hatte eine extrem blühende nach neunundachtzig radio oder medienlandschaft viele freie radios auch und das waren die ersten an die orbern gegangen ist als er dann gewählt wurde.
00:27:51: Und mit sehr unterschiedlichen taktiken und mit einem sehr unterschiedlich umgang der radios, die auch sehr unterschiedliche aufgestellt waren und teilweise aber sehr wenig noch sind.
00:28:04: daraus zu lernen also genau sich anzugucken, wie funktioniert da auf einer internationalen Ebene so eine rechtsradikale völkische Landnahme.
00:28:15: Auch der Blick in die USA ist da nicht verkehrt.
00:28:17: Die USA hat eine sehr breite Medienlandschaft auch journalistisch radio-Landschaft und viele uns nahestehende freie Radioinitiativen, die in den letzten Monaten akute Probleme haben Und mit denen in Austausch zu sein, sich gegenseitig zu stärken.
00:28:41: Sich zu organisieren ist sicherlich nicht der alle schlechteste Weg.
00:28:45: aber für Initiativen vor Ort einfach all das auch zu kennen und dann zu gucken okay wie kann man sich vernetzen?
00:28:52: Wie kann man den eigenen Macht ja auch versichern?
00:28:56: also sich nicht ohnmächtig zu machen ist natürlich da auch nicht die schlechteste Idee auch ein gewisses Selbstbewusstsein zu haben.
00:29:05: Jetzt nicht schon duckmäuserisch nur noch darüber nachzudenken, in welchen möglichen Exilort verschlickt es einen denn?
00:29:13: Sondern einfach auch selbstbewusst sein zu haben.
00:29:15: also das wären glaube ich so meine Tipps die vielleicht in Ostdeutschland nochmal nötiger sind als in Westdeutscher wobei es da ja auch Angleichung mittlerweile gibt.
00:29:24: aber ist auch einfach.
00:29:24: Erfahrung gibt von dreißig, fünfunddreißig Jahre teilweise Landschaften wo Antifaschismus schon auch eher ein Fremdwort ist und war.
00:29:37: Aber aus der Erfahrung damit umzugehen gibt es hier viele Ideen, viele ... Auch im Alltag einen angenehmen guten Umgang.
00:29:46: Halle zum Beispiel ist für die AfD auch einfach ein Problem weil's über Jahrzehnte eine Zivilgesellschaft ne antifascistische Grundbasis gibt, die sehr groß ist, sehr breit is'.
00:29:59: Und auch deswegen konnte das Radio hier so zudem werden, was es ist.
00:30:04: Weil das eben mit diesen Initiativen zusammengedacht ist und immer zusammengedacht sein wird.
00:30:09: Und dass wir die... Auch jetzt das Zukunftsszenario ja?
00:30:12: Also wenn, sagen wir mal Worst Case, es gibt eine Regierungsbeteiligung mit der AfD dann wird dieses Radio noch viel wichtiger als es jetzt schon ist weil genau da über das Radio auch Diskussion, Strategien diskutiert werden und ausgehandelt werden
00:30:28: können.
00:30:31: Und dann zum Abschluss mit Blick auf die ganze Bundesrepublik.
00:30:35: Was erwartest du zum einen von Zivilgesellschaft?
00:30:38: Was erwartet du aber auch von institutionalisierter Politik, sprich Parteien in Bezug auf den Erhalt und die Verteidigung freier Radios-und unabhängiger Medien im Allgemeinen?
00:30:49: Also es ist ein bisschen der Bogen zu dem wo wir am Anfang waren.
00:30:52: durch die unterschiedlichen Landesgesetze, Mediendesätze... ...ist die Situation so genannte oder...?
00:30:58: Nicht nur so genannter, sondern freier Radio ist sehr unterschiedlich.
00:31:01: Es gibt Bundesländer da taucht es nicht auf ja also im Saarland ist das überhaupt nicht möglich.
00:31:06: Rheinland-Pfalz ist es auch schon mal schwierig.
00:31:08: das heißt wenn ich mit Medienpolitiker politikerin spreche ist es schon die Frage ist eigentlich schade dass bei euch in manchen bundesländern gar nicht möglich ist weil eigentlich Ist es ein großartiges medium der verständigung ist es ein grossartiges Medium wo Leute zusammenkommen, die sonst nicht tun würden.
00:31:31: Das hat also wenn wir da noch mal ein bisschen reingehen tatsächlich ist es auch oft eng verbunden gewesen da wo eine grüne Medienpolitik ein bisschen mehr zu sagen hatte zum Beispiel weil sie Regierungsbeteiligung hatte ist das wahrscheinlicher dass in so einem Landesmediengesetz freie Radios oder nicht kommerzielle Lokalradius auftauchen?
00:31:53: manchmal jetzt auch die SPD hingekriegt.
00:31:55: aber das ist schon mal ne Differenz die nicht uninteressant ist.
00:31:59: und da wäre natürlich die Ansprache an Medienpolitiker, Medienpolitikeren sich jetzt nicht nur auf Internet zu verlassen.
00:32:05: Nicht nur auf Social Media zu verlangen sondern dass dann noch viel gerade im lokalen Schlummert.
00:32:11: und wenn wir lokal uns Medien angucken Dann ist es natürlich nicht gut.
00:32:17: Auf allen Ebenen also abseits von internet ist wenn man sich mal Tageszeitung anguckt und schaut in wessen Hände liegen sie eigentlich Wie verändert sich da was?
00:32:28: Was übernimmt KI, wie viele Leute recherchieren eigentlich noch vor Ort in einem, sagen wir mal auf einer kommunalen Ebene in der Kleinstadt.
00:32:35: Was für Abhängigkeitsverhältnisse gab es da schon immer und gibt's dann noch viel mehr, dann sieht das nicht so richtig gut aus.
00:32:41: Und da können Lokalradios – vor allem nicht kommerzielle Lokal-Radius – ein sehr, sehr guter Anker sein um sowas hochzuhalten wie demokratische Mitbestimmung die nicht per se drauf schaut, ob etwas profitabel ist oder nicht.
00:32:59: Also das wäre so das Plädoyer in manchen Orten erst mal überhaupt möglich machen zu können.
00:33:05: da wo es möglich ist nennen wir ein paar Städte die vielleicht im Südwesten gelegen sind Freiburg fällt mir sofort ein Tübingen teilweise dann auch nicht weit weg von Rheinland-Pfalz in Hessen.
00:33:17: Da gibt's zum Beispiel gerade die Diskussion UKW Also das alte Gerät, was vielleicht noch daheim irgendwo rumsteht oder bei Oma und Opa.
00:33:26: UKW-Empfang DAB+, unsere Forderung als freie Radius ist immer, dass wir auf möglichst allen möglichen Plattformen existieren.
00:33:36: Klar im Netz – UKW, DAB+.
00:33:40: Überall sollten diese Radius zu hören sein.
00:33:43: Sollte es die Möglichkeit geben an bei solchen Radios zu partizipieren?
00:33:46: Das ist bei Weitem nicht der Fall!
00:33:49: In Hessen hat man kürzlich, oder überlegt man gerade die UKW-Frequenzen der freien Radios, die es zum Beispiel in Marburg gibt abzuschaffen.
00:33:59: Das ist nicht gut!
00:34:00: Also das wäre so das Plädoyer mindestens den Status quo erhalten zu können.
00:34:04: und Blick auf Zivilgesellschaft, das hast du ja auch noch gefragt nutzt diese Medium also nutz diese Medien für euch.
00:34:11: Es ist eigentlich euer Medium.
00:34:13: Und es gibt noch eine Welt abseits der Klicks Ja, auch immer stärker Machtkonzentration ausgesetzten Internet-Öffentlichkeit.
00:34:26: Und da ist der Appell zu sagen ja, wenn man Radio macht kann man auch im Internet noch stattfinden und man kann Beiträge, Interviews, Feature natürlich auch im Netz noch anbieten.
00:34:37: aber das gibt darüber hinaus eine lokale Öffentlichkeit wo man dazu neigt die zu ignorieren oder zu vernachlässigen und das scheint mir ein Fehler zu sein weil gerade so eine lokale Aushandlung, und sei es die Fragen von ganz banale Dinge.
00:34:55: funktioniert das dann mit der Müllabfuhr.
00:34:58: Welche Politiker-Politikerinnen sitzen da im Stadtrat?
00:35:01: Und was haben sie für Nebeneinkünfte und Verdienste?
00:35:04: Wie sieht's denn aus mit dem lokalen Fußballverein?
00:35:06: Existiert er noch oder sind alle ehrenamtlich so überfordert dass es nicht mehr stattfindet?
00:35:12: Darüber zu reden ist ein freies, nicht kommerzielles Lokalradio.
00:35:16: Das ideale Medium gibt es aber viel zu selten.
00:35:19: Also das wäre so ein bisschen, wenn ich mein Appell loswerden könnte war das mein Appel.
00:35:26: Vielen lieben Dank an Alex für seine Zeit und natürlich wie immer vielen lieben dank an alle Zuhörenden.
00:35:32: falls nun Menschen tiefer in das Programm von Radio Korrax einsteigen wollen oder sich noch ein bisschen mehr zum aktuellen Fall informieren die Webseite von radio korrax und ein paar Zeitungsartikel zur aktuellen Situation finden sich in den show notes.
00:35:46: Die angesprochenen podcast folgen sowie Alle weiteren Folgen von Auf der Rechten Spur finden sich bei eingängigen Plattformen auf Podigy und auf dem YouTube-Kanal der Heinrich-Böllschriftung Rheinland-Pfalz.
00:36:00: Das war Auf der rechten Spuhr, der Podcast der Heinrich-Büllstiftung Rheinland-Falz zu rechter Politik und Strategie.
00:36:10: Folge XXIII Extremrechte Angriffe auf Freiradiosender mit Alex Körner.
00:36:19: In der nächsten Folge sprechen wir mit Kai Arzheimer über den Ausgang der Landtagswahl im Rheinland-Pfalz.
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